Showing posts with label Konservative. Show all posts
Showing posts with label Konservative. Show all posts

Tuesday, 22 September 2009

Diesmal richtig wählen.

Politische Entscheidungen werden entweder im Lichte der Aufklärung durch persönliche Abwägung getroffen (Wikipedia: "das Denken mit den Mitteln der Vernunft von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen, Vorurteilen und Ideologien zu befreien und Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen.") - oder es wird eben konsumiert was die Propaganda im Mainstream auftischt.

Im zweiten Fall wird man entweder bei der Union, der SPD, der FDP, den Grünen oder den Linken landen. Die genannte Reihenfolge könnte auch die Wahrscheinlichkeitsverteilung dafür implizieren, vorausgesetz der Anteil der Propagandakonsumenten ist auf die Parteien gleichverteilt.

Im ersten Fall, wird die Entscheidung jedoch vom jeweiligen Weltbild stark beeinflusst werden. Nun, mein Weltbild enstammt der Bibel, es lässt sich so zusammenfassen:
  • Das Leben ist unfair.
  • Der Mensch ist kein Engel.
  • Das Paradies auf Erden gibt's erst im Himmel.
Punkt. Alles, was darüber hinaus geht und sich dem humanistischen Denken annähert, ist mir sehr suspekt. Pelagius hatte im 5. Jahrhundert schon behauptet, Adams Sündenfall hatte keinen Auswirkungen auf den Rest der Menschen, sondern nur auf sich selbst gehabt. Folglich ist der Mensch an sich nicht verdorben, sondern wird dies erst durch sein Umfeld. Augustinus von Hippo widersprach ihm und stellte klar, was wir auch im Römerbrief finden können: Alle Menschen sind Sünder.

Ungefähr 1300 Jahre später kam Jean-Jacques Rousseau auf die glorreiche Idee, der Mensch war anfangs ein Einzelgänger und folglich "gut". Erst die zunehmende Bevölkerungsdichte hat ihn dazu gezwungen Familien zu gründen und soziale Strukturen aufzubauen, die ihn nun unterdrücken. Wenn es uns doch nur gelingen würde, den Menschen durch staatliche Gealt wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen, könnte er endlich wieder "gut" sein.

Wieder 150 Jahre später hatte Karl Marx seine Träumereien über den perfekten Menschen zu Papier gebracht. Der Staat soll den Menschen im Sozialismus durch Besteuerung, Umverteilung, Zentralbanken, Kreditvergabe, Inflationierung und Ideologie-Indoktrinierung dazu bringen endlich wieder "gut" zu sein. Wenn dieser Super-Mensch einmal geschaffen ist, können wir wieder ohne staatliche Obrigkeit im Kommunismus leben und jeder liebt jeden. Willkommen im Lalaland.

Eines habe ich dabei nie verstanden: Wenn ein einzelner Mensch gut ist, wie kann er dann böse werden, wenn er sich in Gesellschaft von Artgenossen befindet? 1 + 1 = -2?

Am Sonntag sind Wahlen. Was soll man nur tun, wenn man mein Weltbild teilt? Zwei Optionen:
  1. In die Kirche gehen, den Rest des Tages mit der Familie oder Freunden verbringen und der demokratisch gewählten Aristokratie in Berlin keine Legitimation für ihre sozialistischen Träumerein geben.
  2. Wählen gehen - nach dem Gottesdienst. Aber diesmal richtig wählen.
Was heisst denn nun richtig wählen? Was steht zur Auswahl? Dazu habe ich sämtliche nicht explizit sozialistischen Parteien aufgelistet. (Anmerkung: Ich gehe davon aus, dass die grossen Parteien im Bundestag in Wirklichkeit nur verschiedene Flügel einer sozialistischen Einheitspartei sind - Linke ist linker Flügel, FDP ist rechter Flügel).
  • Deutsche Volksunion (DVU): Pro: Schnelle Ausweisung von kriminellen Ausländern. EU-kritische Haltung. Schutz des ungeborenen Lebens. Ausgabenkürzungen für das Ausland. Will in der Bildung einen Fokus aus "Achtung vor der Würde des Menschen und vor religiöser Überzeugung, Mut, Verantwortungsbewusstsein..." setzen. Mehr direkte Demokratie. Contra: Will, dass der Staat bestimmt wer sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik aufhalten darf und wer nicht. Was sie an der EU kritisiert, verherrlicht sie an Deutschland. Deutschland besteht in ihren Augen nur aus Deutschen, nicht aus Bayern, Badnern, Schwaben, Sachen, Pflärzern, Hamburgern, usw. Sozialismus ja, aber nur für eben diese Deutschen. Der Staat soll die Arbeitslosigkeit durch Keynesianismus (Inflationieren und Schulden machen) und staatliche Projektchen bekämpfen. Fazit: völkische Sozialisten mit ein paar guten Ideen. Keine Wahlempfehlung.
  • Piraten Partei: Pro: Erhalt und Stärkung der Bürgerrechte. Schutz der Privatssphäre - keine Vorratsdatenspeicherung und Überwachung (Anm. Jungs, euch könnte man auf der Insel ziemlich gut gebrauchen). Verbot von Wahlcomputern. Legalisierung von Privatkopien von kommerziellen Daten (Musik, Filme, etc). Liberalisierung des Patentrechts. Contra: Der Steuerzahler soll weiterhin dafür gemolken werden, dass Studenten die ihnen erbrachte Leistung umsonst bekommen. Spricht sich zwar gegen Zensur aus, lässt sich dann aber von der taz sagen, mit wem man reden darf und mit wem nicht. Fazit: Bürgerrechtspartei mit guten Standpunkten und grandioser Dynamik aber ohne Rückgrat. Wird sich wahrscheinlich zu einer Konkurrenzpartei der Grünen und FDP entwickeln. Kann man wählen, ich mach's nicht.
  • Ökologisch-Demokratische Partei: Um mich kurz zu fassen: Sie steht gesellschaftlich eher rechts, wirtschaftlich und finanzpolitisch auf Augenhöhe mit den Grünen. Fazit: Keine Wahlempfehlung.
  • Familien-Partei: Contra: Der Staat soll zu seinen bisherigen Ausgaben hinzu, für alle die Kinder haben noch mehr zahlen. Punkt. Fazit: Keine Wahlempfehlung.
  • Partei Bibeltreuer Christen (PBC): Pro: Nicht der Staat, sondern der HERR ist Gott. Vereinfachung des Steuersystems. Nein zum Bau von Grossmoscheen, solange in mohammedanischen Ländern der Bau von christlichen Kirchen verboten ist. Besinnung auf christliche Werte und Bekämpfung mohammedanischer Parallelgesellschaften. Schutz des Lebens. Kein mohammedanischer Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Legalisierung des Heimschulunterrichts. Contra: staatliches Erziehungsgehalt. Einführung eines konfessionslosen Bibelunterrichts an staatlichen Schulen. Mindestlohn für alle. Fazit: Hat einige sehr starke Punkte, denkt aber dennoch, dass der Staat Aufgaben übernehmen sollte, die eigentlich den Kirchen und anderen privaten Einrichtung gehören. Dennoch, meine zweite Wahl.
  • Die Republikaner: Pro: Abschaffung von Konjukturprogrammen und des Solidaritätszuschlags. Abbau von Subventionen. Offenlegung der Einwanderungskosten. Reduzierung der Ausgaben für Kriege. Abschaffung der Erbschaftssteuer. Bundeswehr raus aus Afghanistan. Rigorose Ausweisung aller Haßprediger. Strenge Kontrolle von Koranschulen und Vereinigungen, die unter dem Deckmantel einer Religionsgemeinschaft dem Islamismus den Weg zu bereiten versuchen. Verbot und Auflösung islamistischer Vereine und Einrichtungen. Kein Dialog mit Vorfeldorganisationen der Islamisten im Rahmen sog. „Islamkonferenzen“. Strengere Kontrollen bei Einreisen aus einschlägigen Ländern. Harte Strafen für Teilnehmer an Terrorausbildungen. Wiedereinführung von Grenzkontrollen und die Kündigung des Schengener Abkommens. Konsequente Ausweisung von kriminellen Migranten. Null Toleranz gegenüber Gewalt von links. Konsequentes Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität. Härtere Strafen bei sog. Bagatellkriminalität. Lebenslänglich muß mindestens vierzig Jahre Haft bedeuten. Keine doppelte Staatsbürgerschaft. Ganztagsangebote nur dort, wo die Eltern selbst sie wollen. Keine Zwangsintegration durch Ganztagsbeschulung. Stärkung der Elternrechte durch freie Schulwahl auch in der Grundschule. Stopp des sog. Bologna-Prozesses zur Vereinheitlichung des europäischen Hochschulwesens. Eigenverantwortung und gesundheitsbewußtes Handeln des Einzelnen müssen die Grundlage eines solidarischen Gesundheitssystem bilden. Abschaffung des sog. Gesundheitsfonds. Reduzierung der Verwaltungskosten in der GKV. Erhaltung der wohnortnahen ambulanten Versorgung durch den Arzt des Vertrauens. Keine Transferleistungen für im Ausland lebende Angehörige von Migranten. Auch in Deutschland ein Referendum über den Vertrag von Lissabon. Konsequente Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Ausstieg aus einem weiteren Integrationsprozeß mit Souveränitätsverlust. Europa ohne Türkei. Achtung der Bürgerrechte, zu denen auch der freie Informationszugang gehört. Keine Zensur im Internet. Verbot des Schächtens. Contra: Verbot gewaltverherrlichender Spiele. Fazit: Ein Traum. Ganz klare Wahlempfehlung!
Hier geht's zum Wahlprogramm. Endlich mal ein Leuchtstreifen am Horizont.

Thursday, 7 February 2008

Mitt auf der CPAC

Hier verabschiedet sich ein grosser Konservativer aus dem Rennen um das Praesidentenamt. Hingegen bezweifle ich, dass Mitt sich aus der Politik zurueckziehen wird - er hat jetzt erst Blut geleckt. Und Ronald Reagans Kampagne ist 1976 gegen Gerald Ford auch zuerst gescheitert, bevor er dann 1980 Praesident wurde.

Wer weiss, vielleicht wird Roland Koch 2009 doch noch der Kanzlerkandidaten der Union... ;-)

Friday, 25 January 2008

... weil er herausragt

Keine Frage, die Wahl in Hessen wird richtungsweisend sein. Die FAZ schreibt, weshalb nur Roland Kochs Politik, Hessen und den Rest der Republik wieder auf den rechten Weg führen kann.

Saturday, 12 January 2008

Analyse: Konservative Parteien, der zweite Teil

Auch wenn ich damit knapp zwei Wochen zu spät dran bin: Frohes Neues Jahr Deutschland!

Am 27. Januar sind Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen. Ob die CDU im Falle eines Wahlerfolgs nun wirklich ihr Wahlkampfgetöße umsetzen wird bleibt abzuwarten. Spannender ist nun wirklich die Frage, wie der Ruf nach härterer Bestrafung beim Wähler ankommt. Wir erinnern uns: Im Wahlkampf 2003 ging es ebenfalls um die Sicherheitspolitik und Roland Kochs CDU hatte etwa 5% mehr Stimmen bekommen, als die Demoskopen vorausgesagt hatten. Auf der anderen Seite hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert - vor allem hat die CDU ihre konservative Klientel beim Thema Einwanderung und der Zusage zu diversen Moscheeprojekten enttäuscht. Dies könnte sich darin auswirken, dass einige Wähle doch lieber z.B. für die Republikaner entscheiden. Es bleibt also spannend!

Auf der Suche nach einer konservativen Partei - die für niedrigere Steuern, traditionelle Familienwerte, für ein christliches Deutschland und einer allgemeinen Reduzierung des Staates eintritt - stelle ich heute die FDP und die Republikaner vor:

Freie Demokratische Partei


Fazit: Nebenbei, hab ich schon mal erwähnt, dass ich früher bei den JuLis war? Nein? Nicht weiter schlimm... Wirtschaftspolitisch eine durch und durch rechte Partei. Sie hat ihre Sitze im Bundestag nicht ohne Grund rechts von der Union. 15%/25%/35% Steuern, 7000 Euro Steuerfreibetrag pro Kind, mehr Wettbewerb, Dirk Niebel: "Arbeitsamt abschaffen"... Ein Traum! Auf der anderen Seite: säkularer kultureller Relativismus in seiner Reinstform: Adoptionsrecht für Homosexuelle, Frau hat das "Recht auf Abtreibung", Gleichstellung des Islam mit dem Christentum... Die FDP ist so liberal, wie man kaum eine andere Partei in Europa, aber konservativ... nee.

Die Republikaner


Fazit: Jeder weiß, die haben nicht grad den besten Namen in der Republik. Doch wenn man eine Partei genauer unter die Lupe nehmen will, sollte man zuerst ohne Vorurteile auf ihre Werte blicken. Die Republikaner sehen sich "in der Tradition aller derjenigen Deutschen, die Patriotismus mit dem Streben nach Freiheit und Demokratie verbunden haben". "Die Revolution von 1848/49 sollte die Fürstenherrschaft durch eine Volkssouveränität ablösen, bei der sich die deutsche Nation ihren Staat schafft und demokratisch gestaltet. Das Erbe von 1848/49 ist bis heute die Grundlage der deutschen Demokratie." "Auch unter den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland war das Erbe von 1848/49 lebendig. Vor allem Kurt Schumacher und Ludwig Erhard waren zugleich Patrioten und soziale Demokraten. Die Parteien, denen sie damals angehörten, haben sich von ihnen abgewandt." Man fordert: Rückkehr zu Freiheitsrechten des Grundgesetzes statt politischer Korrektheit, keinen Überwachungsstaat, "Erziehung der Jugend zu selbständigem Beurteilungsvermögen statt Indoktrination", Volksabstimmungen, null Toleranz gegenüber Straftätern, gleiche Steuerpolitik wie FDP... Das Programm ist es durchaus wert, mal durchgearbeitet zu werden. Wirtschaftspolitisch sind die Republikaner mitte-rechts, gesellschaftspolitisch allerdings ziemlich authoritär. Das Attribut konservativ verdienen sie durchaus, sehr interessant auch die Kritik an Kirchen ("Gefährdet wird die christliche Prägung Deutschlands nicht zuletzt durch Kirchen, die vor dem Zeitgeist zurückweichen und sich nur noch als Sozialeinrichtung verstehen. Wer nicht mehr das Wort Gottes in den Vordergrund stellt, sondern linke Parolen, verliert seine Daseinsberechtigung."). Bisher ist diese Partei mein Favorit.

Tuesday, 11 December 2007

Analyse: Konservative Parteien

Wem meine kleine Studie zur programmatischen Neubesinnung der CDU gefiel und sich auch an den Abstimmungen beteiligte wird sich nun hoffentlich auch über den neuesten Coup freuen. ConservativeHome wird ab sofort alternative Parteien zur CDU vorstellen und deren Parteiprogramme einem Check mit dem Politicalcompass unterziehen. Das Resultat sollte dem Leser einen Anstoß geben sich gegebenenfalls näher mit der ein oder anderen Partei zu beschäftigen - darum bitte ich vielmehr, mach den ganze Käs' ja schließlich it zum Spaß!

Diese Woche beginnen wir mit Deutschlands jüngster und seiner ältesten Partei: der Demokratischen Liga und dem ehrwürdigen Zentrum.


Demokratische LigaFazit: Liberale Law & Order Partei mit Schwerpunkt auf Bekämpfung von islamofaschistischen Organisationen und restriktiverer Immigrationspolitik. Nicht wirklich konservativ, da nirgends von Werten die Rede ist - Homosexuelle sollen ebenfalls Kinder adoptieren dürfen, 'alternative Lebensgemeinschaften' werden rechtlich gleichgestellt mit Familien.


Deutsche Zentrumspartei
Fazit: Großer Bonuspunkt ist der starke Fokus auf das christliche Selbstverständnis, Patriotismus, Lebensschutz und Familie! Hierfür 10 von 10 Punkten. Auf der anderen Seite ist mir beim Lesen anderer Stellen des Grundsatzprogramms schier die Kinnlade heruntergefallen - ganz besonders bei diesen Stücken: "Der Staat ist Hüter einer funktionierenden marktwirtschaftlichen Ordnung und muss gegen Mißbräuche ggf. mit Verstaatlichung einschreiten." oder "Der Staat hat dazu wirksame Rahmenbedingungen für den Erhalt deutscher Wirtschafts- und Industriekraft zu schaffen und ist zu dirigistischen Eingriffen aufgerufen, um sozial unvertretbare Fehlentwicklungen zu unterbinden." Wahrscheinlich gehört der rote Punkt auf der Karte daher weiter nach links.

Saturday, 3 November 2007

Die konservative Partei


Vor einiger Zeit habe ich euch gefragt, in welcher Partei wir Konservative uns nun sammeln sollen, um unser Land wieder auf den rechten Pfad zu bringen. An der Umfrage haben sich 137 Leser beteiligt - Herzlichsten Dank dafür! Nun aber zum Ergebnis:

Exakt die Häfte von euch ist für die Gründung einer neuen Partei! Die Gründe hierfür scheinen darin zu liegen, dass viele vom politischen Kurs der Union schwer enttäuscht sind und so manche bestehende rechte Parteien oft mit Rassismus in Verbindung bringen. Daher besteht der Wunsch nach einer nicht vorbelasteten, kulturbewahrenden Partei.

Immerhin 16% stimmten für die Republikaner, auch wenn es hier viel Kritik gab. Merowig schrieb dazu "Republikaner sind nicht konservativ sondern nazistisch und revisionistisch (Grenze zu Polen wird zum Beispiel nicht anerkannt), es wird verlangt den Volksverhetzungsparagraphen abzuschaffen etc... Republikaner sind genauso der Feind wie die Islamisten." Desweiteren habe ich auch Emails erhalten mit der Bitte, die Republikaner bitte nicht mit der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) in Verbindung zu bringen. Es scheint also, als stelle der schlechte Ruf der Republikaner für viele ein zu großes Hindernis dar.

Lediglich 15% haben sich für die Union ausgesprochen. Ein ziemlich interessantes Ergebnis vor dem Hintergrund der kürzlich veröffentlichten Umfrage der CDU Mitglieder im Handelsblatt. Folglich ist die CDU in den letzten 14 Jahren gebildeter und besserverdienender geworden und geht häufiger in die Kirche. 32% der Mitglieder ist marktwirtschaftsorientiert und sieht sich weitaus rechter als den Durchschnitt (dennoch nicht rechts genug für die FDP). 26% bezeichnen sich als gesellschaftlich Traditionsbewusst (bin mir nicht sicher, ob man dieses Attribut mit sozialkonservativ gleichsetzen kann), 25% gehören zum christlich-sozialen Flügel (wobei die Betonung hier auf "sozial" liegt) und 17% sind liberal.

5% stimmten für die PBC. Kommentare dazu gab es keine. Vielleicht wegen des geringen Bekanntheitsgrades... ?

Und 13% sind für eine andere Partei als die bisher genannten. Folgende Vorschläge wurden dazu gemacht: Christliche Mitte (CM), Schill Partei, ProKöln erweitern auf ProDeutschland, RECHTE MITTE HeimatHamburg und die FDP.

Nochmals vielen Dank für das Mitmachen an der Umfrage und gleichzeitig auch die Bitte an der nächsten teilzunehmen. Denn wenn sich 50% der Konservativen für eine neue Partei aussprechen, dann sollten wir auch wissen, wofür diese stehen soll.

Saturday, 30 June 2007

Eidgenössische Parlamentswahlen


An meine schweizer Leser,

nicht vergessen, am 21. Oktober finden die Eidgenössischen Wahlen statt. Wenn man schon mal die Möglichkeit hat eine (echte) konservative Partei zu wählen, sollte man diese auch nutzen. Ich warte immer noch auf den Tag an dem Ronald Pofalla vor die Kameras tritt und niedrigere Steuern, mehr Selbstbestimmung der Bürger, mehr Leistung weniger Wohlfühlpädagogik und eine gebremste Zuwanderung fordert.

Solange erfreue ich mich eben an Ueli Maurer...





"Un wä mir am achti scho lang am schaffe sind, dänn bruuchts än Teil vo däm Gäld für die wo sich nommol trüllet und witer schlafet."
("Und wenn wir um acht Uhr schon lange am arbeiten sind, braucht es einen Teil des Geldes für diejenigen, die sich nochmal umdrehen und weiterschlafen.")

Geniales Statement!

Thursday, 28 June 2007

10 weitere Unterschiede zwischen Konservativen und Linken


Vor einigen Wochen habe ich meinen ersten Artikel für ConservativeHome geschrieben und seitdem scheinen viele meiner Leser gefallen daran gefunden zu haben, 10 Unterschiede zwischen Konservativen und Linken zu lesen. Ich habe seltsamerweise einen Haufen E-Mails dazu bekommen, aber lediglich zwei Kommentare. Dafür habt ihr jetzt nochmal die Möglichkeit Kommentare abzugeben, denn ich habe mir gedacht, dass es eine gute Idee ist zehn weitere Punkte hervorzuheben, in denen wir richtig und die Linken falsch liegen.

1) Konservative glauben, dass Deutschland, wegen seiner Kultur, Staatsform und Geschichte, in der Welt Freunde und Feinde hat. Zu unseren Freunden gehören eindeutig die Vereingten Staaten und Israel. Zu unseren Feinden gehört jedes Land an dessen Spitze ein menschenverachtendes Regime von Despoten und islamischen Theokraten sitzt. Linken sind in der Regel stets auf der Gegenseite von Israel und den USA - ganz gleich um welches Thema es auch gehen mag.

2) Konservative glauben, dass die Ehe einer der wichtigsten Bausteine einer gesunden Gesellschaft ist, und dass alles, was diese Institution zu schwächen vermag, das Potential hat unserem Land langfristig enormen Schaden zuzuführen. Deswegen glauben wir, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau sein sollte. Die Linken hingegen konnte es kaum erwarten im Herbst 2000, das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft im Bundestag zu verabschieden.

3) Konservative glauben, dass Unternehmen besteuert und reguliert werden sollen, aber dass der Staat sehr vorsichtig sein sollte Unternehmen noch weiter zu belasten (Ökoabgaben, Ausbildungspakt, Antidiskriminierungsgesetz,...). Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, viele tragen zur Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter bei, sie sorgen für enorme Steueraufkommen, all das, was wir aufs Spiel setzen würden, wenn wir es mit den Regulierungen und Steuern übertreiben. Linke hingegen, Sozialisten im Herzen, kannten selten eine Steuer oder neue Regulierung die sie Unternehmen nicht aufbürden würden. Sie schlachten lieber die Gans, anstatt von ihren goldenen Eiern zu leben.

4) Konservative haben ein offenes Ohr für die Theorie vom Global Warming, sind sich aber dennoch bewusst, dass es lediglich eine Theorie ist und keinesfalls ohne Zweifel zu schlucken ist. Es steht immer noch nicht fest, ob der höhere Kohlendioxidspiegel in der Atmosphäre zu einer Erderwärmung führt oder selbst Symptom der Erderwärmung ist. Linke auf der anderen Seite lieben die Hysterie und wollen massive regulierende Maßnahmen einführen, welche die Steuern erhöhen würden, hunderttausende von Arbeitsplätzen kosten könnten.

5) Konservative glauben, dass es kontraproduktiv ist arme Menschen zu ermutigen vom Staat abhängig zu sein. Stattdessen glauben wir, dass wir durch niedrige Steuern, einer starken Wirtschaft, sowie engagierten Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen, ein Umfeld schaffen können, welches armen Menschen ermöglicht sich selbst zu helfen. Linke hingegen erachten es als wichtige Strategie, arme Menschen vom Staat abhängig zu machen, da man diese dann mit Sozialhilfegeschenken als Wähler ködern kann.

6) Konservative sind ganz gewiss nicht glücklich darüber, dass unsere Truppen in Afghanistan und vor der Küste des Libanon im Einsatz sind, wir wissen aber wie wichtig diese Missionen für die geopolitische Lage dort und die Menschen dieser Länder sind. Linke haben den Einsätzen zwar zugestimmt, wollen jetzt, wo es rauer zugeht, aber unsere Truppen aus Afghanistan abziehen und die Menschen dort, sowie unsere Bündnispartner im Stich lassen.

7) Konservative glauben, dass die Meinungsfreiheit eines unserer höchsten Güter ist. Linke versuchen, wenn sie es mit einem politischen System schon nicht schaffen, wenigsten mit der PC-Diktatur das Leben der Menschen zu bestimmen. (Hierbei nochmals Danke dafür, dass es PI gibt.)

8) Konservative glauben, dass wir die Steuern niedrig halten müssen, weil steigende Steuern wirtschaftliches Wachstum und Expansion ersticken; weil es hart zu rechtfertigen ist, dem Staat mehr Geld zu geben, wenn er jetzt schon so viel verschwendet; und weil die Leute soviel wie möglich von ihrem hart erarbeiteten Geld behalten sollten. Linke bevorzugen hohe Steuern, weil es ihnen mehr Geld zur Verfügung stellt, dass sie mit Social Engineering verplempern können.

9) Konservative glauben, dass der Markt Ressourcen besser vergeben kann als der Staat, und dass, wenn es mal wieder ein großes Problem gibt - zum Beispiel die astronomischen Benzinpreise - der Staat sicher die Wurzel des Übels ist. Linke sahen wahrscheinlich noch keine Branche, die sie nicht am liebsten unter ihre Herrschaft gebracht hätten, trotz der Tatsache, dass staatliche Betriebe meist langsamer, ineffizienter und teurer sind als private.

10) Konservative glauben, dass der Westen der Welt Meinungsfreiheit, technologischen Fortschritt und Wohlstand gebracht hat und dass wir die freiheitlichsten und lebenswertesten Gesellschaften auf diesem Planeten sind und bleiben wollen. Linke hingegen finden immer einen Weg, den Westen als Sündenbock für alles Elend auf der Welt hinzustellen. Niemand, kein Feind aus Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft wird jemals unsere Linken darin übertreffen können, anti-westliche Propaganda zu verbreiten. Vorreiter hier in England sind hierbei die Socialist Workers, die gerne Arm in Arm mit irgendwelchen aufgebrachten Muslimen in den Straßen Londons gegen die westlichen Demokratien demonstrieren.

Friday, 8 June 2007

Sprechen Sie konservativ?


Endlich, der G8 Gipfel ist vorbei, bei rausgekommen ist nicht viel, aber immerhin mehr als man erwartete. Die ganze Schar der Berufsstudenten, Öko-Faschisten und der Rest der Teletubbies zieht ab aus der Mecklenburger Bucht und fährt wieder Heim ins linke La-La Land (wahrscheinlich Berlin, der Ruhrpott, das Saarland und Freiburg). Zeit für uns, um über das Geschehene zu reflektieren. Während den vergangenen Tagen ist mir eines wirklich klar geworden: Linke haben eindeutig die Interpretationshoheit.

In Deutschland geht es vollkommen in Ordnung, wenn tausende von Menschen gegen die Ausbeutung afrikanischer Bauern protestieren und dabei gleichzeitig Felder hiesiger Landwirte niedertrampeln und ihre Wiesen besetzen, um sie als Campingplätze zu nutzen. Es geht in Ordnung, wenn genau diese Leute gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz demonstrieren, selbst aber ihre ganzen Abfälle auf Bauer Upleggers Feldern hinterlassen. Es geht in Ordnung gegen den diktatorischen Stil Vladimir Putins zu protestieren und dabei die Fahne Venezuelas zu schwenken. Hugo Chavez hat ja nicht vor kurzem erst beschlossen, dem privaten Fernsehsender und oppositionellen Sprachrohr RCTV die Lizenz nicht mehr zu verlängern. Er hat auch nicht vor die verstaatlichung privater Unternehmen zu forcieren - man könnte es auch Enteigung nennen.

Beinahe würden wahrscheinlich auch die 2.000 Randalierer vom Schwarzen Block, die ganze rostocker Straßenzüge verwüstet haben, in Ordnung gehen, doch dafür waren zuviele internationale Kamerateams vor Ort. Und zu allem Übel zeigt sich uns' Claudia Roth wieder einmal empört. Diesmal darüber, dass 100 Spinner von der NPD durchs Brandenburger Tor marschiert sind. Riesen Skandal - und eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Wenn ich mir die Gestalten so anschau wird mir auch ganz Angst und Bang. Nein, also wirklich. So gefährlich die nationalsozialistische Idee auch ist, wir müssen uns doch der Dimensionen wieder bewusst werden. Es kann doch nicht sein, dass 100 Nazis ein aufsehen erregen wie 2.000 randalierende Linksextreme.

Tatsache ist, dass unsere Toleranzgrenze sich immer weiter nach links verschiebt und man im selben Atemzug politische Gegner mundtot macht, indem man sie in die rechte Ecke stellt. Nichts im öffentlichen Leben ist so effektiv jemanden politisch auszuschalten, wie ihn als "Rechten" Abzustempeln. Berthold Kohler von der FAZ nannte das "die politische Todeszone". Recht hat er damit. Als ganz verwegener Gedanke scheint es, dass eine demokratische Parteienlandschaft nicht nur ein linkes Teilspektrum, sondern auch die rechten Hälfte davon besitzen könnte. Allzu oft wird das Attribut "rechts" gleichgestellt mit "rechtsextrem". Ralph Giordano (84) ist dass passiert als er sich gegen den Moscheebau in Köln ausgesprochen hat. Giordano ein Rechtsextremer? Das klappt nicht so ganz. Stattdessen hieß es, er "habe den Rechten damit in die Hände gespielt". Das lässt sich nur bejahen. Aber ist es denn schlimm "rechts" zu sein? Ganz nebenbei, liest man sich die Parteiprogramme der Republikaner und der NPD durch, stellt man starke sozialistische Züge in ihnen fest.

Traditionell würde ich mich als rechts einstufen, als konservativ. Doch wenn ich meine politischen Standpunkte mit denen der Linken vergleiche, habe ich oft dass Gefühl sie seien die Konservativen und ich bin progressiv. Das führt mich zu dem Punkt mal ernsthaft darüber nachzudenken, was "konservativ sein" eigentlich bedeutet... im 21. Jahrhundert. Viele meiner Zeitgenossen sind der Meinung, dass ein moderner Konservativer ein Neokon sei. Diese Annahme dürfte ich mit meinem Artikel "Von den Neokonservativen" jedoch widerlegt haben. Nein, ein Konservativer im Jahr 2007 ist wahrlich kein reformierter Sozialist. Er ist ein reformierter Konservativer, ein konservatives Update - vielleicht ein Konservativer 2.0? Lassen wir das.

Ich bin konservativ, weil ich für Werte einstehe, die sich in der Vergangenheit als existenziell für unser Fortbestehen erwiesen haben. Werte wie starke Familien (Mann + Frau + Kinder), ein fester Glaube an Gott, die freie Marktwirtschaft, eine starke Landesverteidigung (Polizei und Militär), Ehrlichkeit, Fleiß, soziales Engagement, Patriotismus und eine gemeinsame Kultur, denn sie ist der Kitt der ein Land zusammenhält. Und ich bin ebenfalls konservativ, weil ich der Meinung bin, dass Gott den Menschen nach seinem Abbild schuf und daher alle Menschen gleich sind. Ich bin konservativ, weil ich sehe, dass wir es in unserem blinden Konsumwahn zu weit getrieben haben und unsere Umwelt erheblich darunter leidet. Ich bin aber auch konservativ, weil ich an die konstruktive Zerstörung glaube. Daran, dass uns technologischer Fortschritt Lösungen für unsere schwierigsten Probleme ermöglicht. Ich bin konservativ, weil ich die Freiheit bewahren will, weil ich sehe, dass die liberale Gesellschaft sich selbst ihr eigener Henker ist in einer globalisierten Welt. Wer Toleranz als Selbstzweck ansieht, darf sich nicht wundern, wenn diese durch die tolerierten Feinde der Toleranz der Knechtschaft geopfert wird. Jahrhunderte lang haben Menschen in Europa für Freiheit gekämpft, haben ihr Blut für die Freiheit vergossen. Ich bin konservativ, weil ich den Gefallenen damit "Danke" sagen will.

"Die Freiheit ist niemals mehr als eine Generation von ihrem Untergang entfernt. Wir gaben sie nicht im Blutstrom an unsere Kinder weiter. Sie muss erkämpft, beschützt und an unsere Kinder weitergereicht werden, damit diese das gleiche tun." (Ronald Reagan)

Ich glaube an den Vorrang der Freiheit vor der staatlichen Bevormundung. Das bedeutet, wie Jörg Schönbohm einmal sagte:

"Rückführung der allumfassenden staatlichen Fürsorge auf ein Maß, das es dem Bürger ermöglicht, zunächst für sein eigenes Leben verantwortlich zu sein. Erst der Mut zur Freiheit zeichnet einen mündigen Bürger aus."

Nicolas Sarkozy ist rechts. Nicolas Sarkozy ist ein Konservativer. Sämtliche Aussagen von ihm lassen keinen Zweifel bestehen, dass er Frankreich radikal ändern wird, es endlich aus seiner sozialistischen Lagerfeuerromantik befreien und in eine strahlende Zukunft führen wird. Die CDU hat zumindest einen rechten Flügel. Diesem wird es wahrscheinlich zu verdanken sein, dass im neuen Grundsatzprogramm eine Aussage wie "bewahren, was unser Land voranbringt, und verändern, was unser Land belastet" zu finden ist.

Das war auch schon das Konzept Margaret Thatchers, Ronald Reagans und des ehemaligen spanischen Presidente del Gobierno José María Aznar. Der Konservative des Globalisierungszeitalters ist Bewahrer des Guten und Modernisierer des Mäßigen. Die 68er haben damals in ihrer frischen Bewegung gegen das Establishment und für das Individuum gekämpft. Und was wurde daraus? Westlicher Selbsthass, sozialistische Gleichmacherei und identitätslose Multikultur. Die Sueddeutsche schrieb nach der Wahl Sarkozys:

"Es sind die Konservativen, die inzwischen das Gesetz der Entwicklungsdynamik bestimmen, indem sie auf ihre Weise Ernst machen mit der Freiheit des arbeitenden oder unternehmerischen Individuums und mit der Freiheit des Marktes. Und es sind ebenfalls die Konservativen, die es erreicht haben, den vermeintlich abgelebten "Ladenhütern" Religion, Familie und Patriotismus eine unerhöhrte ideologische Renaissance zu verschaffen."

Die Sueddeutsche vergleicht den neuen europäischen Konservatismus mit dem römischen Gott Janus, dem Wächter des Geschehenen und des Kommenden. Sein eines Gesicht blickt zurück in die "einstige Hochblüte des bürgerlichen Zeitalters", um sich dort seinen Wertekanon zu sichern, und sein anderes Gesicht blickt voller Zuversicht in die "ökonomisch angetriebene Zukunft".

Zusammengefasst kann ich also sagen, dass ich konservativ bin, weil ich aus der Gnade Gottes und unserer Geschichte die Kraft ziehe, optimistisch in die Zukunft zu blicken und weil ich diese strahlende Zukunft mit meiner Frau (jetzt noch Verlobten) und meinen zukünftigen Kindern einmal teilen will.

... und das macht mich zum Rechten.

Saturday, 26 May 2007

Von den Neokonservativen


Bestandsaufnahme: Wir leben in einem Land, in dem es fünf groβe Parteien gibt. Von diesen rechnen sich drei dem linken Lager zu, und zwei halbe dem rechten. Die anderen Hälften bewegen sich in der Mitte, von der niemand so richtig weiss, was sie genau bedeutet, wo sie anfängt und wo sie aufhört. Gerhard Schröder hatte bei seiner Erstwahl 1998 den Versuch unternommen "Politik der Mitte" zu machen und hat mit den Grünen gemeinsam sechs Jahre lang linke (betrügerisch, unehrlich) Politik in Reinstform gemacht. Als er dann mit der Agenda 2010 etwas weiter in die Mitte wandern wollte - was ich ihm sehr hoch anrechne - landete er schliesslich auf der rechten (gerechten, richtigen) Seite und seine Unterstützer liefen in Scharen davon.

Das Blatt hat sich gewendet in Europa. In Deutschland regiert nun die christdemokratische Angela Merkel, Frankreich hat vor kurzem den konservativen Nicolas Sarkozy zum Präsidenten gewählt und Großbritannien wird sich, nach aktuellem Stand, bei den nächsten Wahlen für den Tory David Cameron entscheiden. Sehen wir hier den Beginn einer neuen konservativen Bewegung?

Bei dradio.de konnte man vergangene Woche lesen, dass die Neocons ins Adenauer-Haus eingezogen sind, dass die Bundeskanzlerin dabei sei, aus der CDU, die "New CDU" zumachen. Ganz nach dem Vorbild Tony Blairs und seiner New Labour. Doch während Tony Blair traditionell konservative Themen wie den freien Markt, die Leistungsgesellschaft - gern auch Eliten, Ordnung und eine starke Verteidigung in sein Parteiprogramm übernahm, bedient sich Angela Merkel eher im sozialistischen Lager. Der Verfasser dieses Artikels, Alan Poser, schreibt weiter, dass es nur natürlich sei was momentan in der CDU geschieht, denn das gleiche habe sich auch "in anderen konservativen Parteien des Westens längst vollzogen".

An die Stelle der Paläokonservativen [Anm.: Alt-Konservativen] treten die Neokonservativen. Und damit ein konkurrierender Begriff davon, was es heißt, konservativ zu sein. Bisher einten Konservative und Liberale das Misstrauen gegen den Staatseingriff, gegen das "social engineering". Während die Liberalen aber auf das autonome Individuum und seine Freiheit setzten, vertrauten Paläokonservative auf gesellschaftliche Institutionen: Familie und Kirche, Verein, Schule, Militär und Betrieb, ...
Die Neokonservativen hingegen haben ihre Scheu vor dem Staat verloren und sehen die überkommenen Institutionen in einer Krise. Dysfunktionale Familien und leere Kirchen, das Erodieren der Wehrpflicht und das anhaltend hohe Niveau der Jugendarbeitslosigkeit signalisieren den Neocons, dass der Staat gefragt ist...

Aha. Die Neocons haben also "die Scheu vor dem Staat" verloren. Das klingt ja so, als ob sie "endlich zur Besinnung gekommen seien". Während der Neokonservatismus hier als zeitgemäße Version des Konservatismus angepriesen wird machen, wir doch mal einen Ausflug in die Beginne der Neocons, in das New York der 1960er Jahre. Seine Begründer kamen aus dem Kreis intellektueller Juden mit zumeist linkem oder sozialistischem Hintergrund. Als Pate des Neokonservatismus wird häufig Irving Kristol genannt. Aufgewachsen in einer orthodoxen jüdischen Familie und aktiver Trotzkist während seiner Studienzeit, bezeichnete er sich später als "Linken, den die Realität eingeholt hat". Die Grundideen des Neokonservatismus betreffen Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik.

Den sozialistischen Intellektuellen New Yorks ist (wiedereinmal) aufgefallen, dass es in Demokratien immer sowas wie soziale Klassen gab, und dass diese Unterschiede zwischen Arm und Wohlhabend regelmäßig zu Spannungen geführt haben, was wiederum zur Instabilität der Nation führen kann. Als Sozialisten in ihrem jugendlichen Übermut haben Irving & Co. sich dann eben an der trotzkistische Weltrevolution orientiert und wollten, wie jeder Solzialist, denen mit genügend Geld vieles wegnehmen, um dann allen kaum was zu geben. Doch irgendwann muss sich Gott den Jungs erbarmt haben, denn sie haben offensichtlich eingesehen, dass der Ausblick auf Wohlstand nun einmal viel realistischer ist, wenn man alle in Ruhe lässt, damit sich jeder seinen eigenen Reichtum anhäufen kann. Das ganze lief also auf die freie Marktwirtschaft hinaus. Nur ganz konnten die Neocons ihre sozialistische Vergangenheit nicht ausblenden, legten sie doch großen Wert auf staatliche Interventionen, um das wirtschaftliche Wachstum zu stützen - viel mehr, als es traditionelle Konservative, geschweige denn Libertäre taten.

Die Innenpolitik sollte so gestaltet werden, dass der Staat nicht die Hauptverantwortung für soziale Einrichtungen übernimmt. Auf der anderen Seite haben sie prinzipiel nichts dagegen, dass der Staat hier und da mal Aufgaben von Familien, Kirchen und anderen privaten Einrichtungen übernimmt - ganz im Gegensatz zu den Anhängern Friedrich Hayeks, die in einem starken Staat den "Weg zur Knechtschaft" sehen.

Die neokonservative Außenpolitik war und ist ein Mix zwischen Pragmatismus und Ideologie. Pragmatisch, da den New Yorker Sozis klar war, dass die USA ein Land von Einwanderern sind und man den Menschen eine gemeinsame Wurzel bieten muss, um den inneren Frieden der Nation zu gewährleisten. Und diese Wurzel heißt Patriotismus. Ganz untrotzkistisch - eher konservativ - war der Ansatz, dass eine Weltregierung eine fürchterliche Idee sei, da sie potentiel in einer Welttyrannei enden könnte. Daher riefen sämtliche international Institution, die auch nur ansatzweise dieses Ziel verfolgten, z.B. UNO, tieftstes Misstrauen bei den Neocons hervor. Der ideologische Teil manifestierte sich besonders in der ersten Amtszeit von Präsident George W. Bush. Nationale Interessen waren nach Irving & Co. nicht mehr geografisch beschränkt, sondern sollten weltweit vertreten und verteidigt werden. Alt-Konservative plädierten in den USA jedoch stets gegen politischen Interventionismus im Ausland und traten eher für eine isolationistische USA ein.

Mit diesem geschichtlichen Hintergrund sollte es nun leichter fallen, die Neocons nicht als Vertreter eines modernen Konservatismus, sondern als Vetreter eines modernen Sozialismus einzuordnen. Nun, sind Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und David Cameron die europäischen Neocons? Tony Blair ist es ganz sicher. David Cameron ist schwer zu sagen, da er bisher neben Huskee-Schlittenfahrten in der Polargegend und dem Auswechseln der legendären Conservatives-Fackel in einen grünen Baum wenig gemacht hat. Nicolas Sarkozy wird wohl als konservativer Präsident Frankreichs zwangsläufig nicht an Staatsinterventionismus vorbeikommen, und die Frage nach der Kanzlerin erübrigt sich nach Mehrwertsteuererhöhung und Kindergrippen. Aber vielleicht wäre sie auch ein normaler Con, hätte sie den roten Klotz nicht am Beim? Wir werden sehen, was 2009 kommt. Vielleicht kann die SPD es sich leisten wieder von der Realität eingeholt zu werden, weil DIE LINKE deren bisherigen Platz übernehmen wird...

Thursday, 10 May 2007

10 Unterschiede zwischen Konservativen und Linken

Als Konservativer hat man es nicht leicht in Deutschland. Zu sehr ist die Intelligentsia geprägt vom sozialistischen Ideengut, dass der Staat nur immer mit Steuergeldern gefüttert werden muss, und schon verpuffen alle Probleme des Volkes - "Vater Staat" wird schon richten. Das Kollektiv der hart arbeitenden Steuerzahler sorgt bei uns dafür, dass es keinem so wirklich schlecht geht. Und falls doch, so war es ganz bestimmt nicht die Schuld des Unglücklichen, denn die Verantwortung lastet immer auf den Schultern anderer. So wundert es auch nicht, dass lediglich 31 Prozent der Deutschen angeben "Menschen seien für ihre Erfolge und Misserfolge selbst verantwortlich". Noch heftiger ist, dass nur 39 Prozent der Befragten Deutschen der Aussage "individuelle Freiheit ist wichtiger als staatliche Fürsorge" zustimmen. [Quelle: The Pew Research Center for the People & the Press].

In letzter Zeit spüre ich allerdings so etwas wie eine Aufbruchstimmung im Lande. Ich habe sogar kürzlich erfahren, dass es da "Rechte" in der SPD geben soll, die sich vom Multikulti-Wahnsinn verabschieden wollen. Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder. Nicht dass Du mich falsch verstehst, lieber Leser, ich bin nicht Parteimitglied der CDU/CSU, der FDP oder sonsteiner Partei, obwohl ich mit der CDU sympathisiere - wäre da bloß nicht der sozialistische Flügel. Ich halte nichts von rhetorischen Grabenkämpfen zwischen den Bundestagsparteien. Da geht zuviel Energie in Form von Steuergeldern verloren. Von mir aus könnten auch die Grünen mit dem rechten Grundsatzprogramm allein die Regierung stellen. Ronald Reagan sagte in einer Rede 1964 einmal: "Das Problem mit unseren linken Freunden ist nicht, dass sie ignorant sind, sondern dass sie soviele Dinge wissen, die einfach nicht stimmen."

Die Sache ist die, dass Konservative und Linke, in nahezu jeder denkbaren Situation, Probleme mit komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen angehen. Deswegen bewegt sich in der Großen Koalition auch nichts - nicht, weil die Linken (in SPD und CDU) fast immer falsch liegen, ihre Lösungen machen meist alles nur noch schlimmer. Nun gibt mir mein Leben in London genügend Abstand von der Heimat, um die Dinge mit der nötigen Gelassenheit zu analysieren. Das Ergebnis will ich Dir in meinen "10 Unterschieden zwischen Konservativen und Linken" präsentieren:

1) Konservative glauben an Chancengleichheit. Jeder Mensch in unserem Land soll die gleiche Ausgangsposition haben. Niemand der unser Grundgesetz und unsere Kultur anerkennt darf in irgendeiner Form an der Erfüllung seiner Träume gehindert werden. Um es auf den Sport zu beziehen: Jeder in Deutschland soll beim Startschuss losrennen dürfen. Linke hingegen glauben, dass das Feld der Läufer auch gleichzeitig im Ziel ankommen muss.

2) Konservative, die meisten davon zumindest, glauben an Gott und denken, dass falsch verstandene Toleranz dazu geführt hat, den christlichen Glauben aus unserer Öffentlichkeit zu verbannen, um Menschen anderen Glaubens nicht zu irritieren. Viele von uns glauben auch, dass der Glaube an Gott notwendig ist, um moralisch zu sein, dass Deutschland deswegen wirtschaftlich so erfolgreich ist, weil es (also auch der katholische Teil) von der protestantischen Arbeitsethik geprägt wurde (Max Weber lässt grüßen), und dass es mit unserem Land bergab geht, wenn wir uns von Gott abwenden. Linke dagegen stehen dem Christentum feindlich gegenüber. Gerhard Schröder wollte ja nicht einmal seinen Eid auf die Bibel schwören. Hier in England will Labour sogar das Weihnachtsfest ins "Winter Festival" umbenennen.

3) Konservative sind der Meinung, dass die EU eine Union christlicher Länder ist, und dass die Türkei daher nichts in ihr verloren hat. Ebenso sind wir der Meinung, dass wir endlich damit aufhören müssen bei jedem neuen Gewaltprotest vor dem Islam einzuknicken, wollen wir unseren Kindern und Enkeln ein freiheitliches Land hinterlassen. Linke dagegen träumen von einem eurabischen Deutschland.

4) Konservative glauben, dass die Europäische Union das beste ist, was diesem Kontinent passieren konnte. Sie hat Frieden, Prosperität und Stabilität in allen ihrem Mitgliedsländern gebracht. Wir wollen diese Union auf wirtschaftlicher Ebene vertiefen, ebenso beim Grenzschutz und der Inneren Sicherheit, ohne die Souveränität der einzelnen Nationen aufzuheben. Die Linken hingegen wollen auf der einen Seite mehr innereuropäischen Protektionismus und gleichzeitig den durchregulierten europäischen Superstaat.

5) Konservative sind patriotisch, glauben, dass Deutschland ein wunderbares Land ist und wollen hauptsächlich, dass es den Menschen in diesem Land stetig besser gehen wird. Es liegt in unserer Verantwortung, aus der Vergangenheit - auch den dunklen Kapiteln - zu lernen und uns in der Welt und zuhause dafür einzusetzen, dass niemals wieder Menschen unter diktatorischen Systemen zu leiden haben. Linke hingegen sehen keinen Grund dazu stolz auf ihr Land zu sein. Sie sind eher besorgt, dass das Ausland nicht wieder Angst vor den "bösen Deutschen" bekommt. Das führt bei manchen von ihnen sogar zum blanken Selbsthass. [Anm.: Daher ist es so wichtig, einige Jahre im Ausland zu leben und wirklich zu begreifen, dass Deutschland in der Welt bewundert wird.]

6) Konservative glauben, dass der Staat von Natur aus dazu tendiert ineffizient, inkompetent, verschwenderisch und machthungrig zu sein. Daher glauben wir, das der Staat, der am wenigsten regelt, am besten regelt. Linke allerdings sind der Meinung, dass die Lösung zu jedem Problem einfach eine neue Steuer, ein neues Gesetz oder ein weiteres staatlich gefördertes Programm ist.

7) Konservative, auf keinen Fall immer alle CDUler, glauben, dass es eminent wichtig für die Zukunft unseres Landes ist, den Staat zu verringern, die Steuern zu kürzen und die Schulden abzubauen. Linke glauben jedoch an den Wohlfahrtsstaat und hohe Steuern, und es gab für sie wahrscheinlich noch nie ein staatlich gefördertes Programm, für das sie nicht bereit waren, die Steuern zu erhöhen und sich weiter zu verschulden.

8) Konservative glauben, dass das Leben schon bei der Empfängnis beginnt, und dass Abtreibungen daher jedes Jahr für den Tod von mehr als 100 000 unschuldigen Kindern verantwortlich sind. Linke hingegen werden Dir zwar beipflichten, dass die Abtreibung das Leben eines unschuldigen Kindes beendet, sie bevorzugen allerdings lieber ein Baby zu töten, als die Mutter zu belästigen.

9) Konservative sind Kapitalisten und glauben, dass Entrepreneure, die Reichtum und Jobs durch ihre eigene Leistung schaffen, gut für das Land sind und nicht für ihren Erfolg bestraft werden sollten. Linke sind natürlich Sozialisten, die erfolgreiche Geschäftsleute als Gauner betrachten, die das System ausgenutzt haben und irgendwie Glück damit hatten. Deswegen haben sie keine Achtung vor Unternehmern und sehen sie eher als Sparschweine für ihre Staatsprogramme an.

10) Konservative glauben, dass wir in einer "farbenblinden" Gesellschaft leben sollten, in der jeder nach seinem Charakter und seinem Handeln bewertet werden soll. Linke hingegen glauben, dass es in Ordnung geht, Menschen zu diskriminieren, solange irgendwelche Minderheiten davon profitieren.